Monatliches Archiv: Januar 2015

Die Onleihe wird internationaler: Seagull-Übersetzungen in deutschen Bibliotheken

Dank des Engagements des Bibliotheksteams des Goethe-Instituts New Delhi kam die ins Englische übersetzte deutschsprachige Literatur des indischen Verlags Seagull Books in das Angebot der Onleihe. Nun zeigt sich: Diese E-Books werden nachgefragt – auch von Bibliotheken im deutschsprachigen Raum.

Naveen Kishore reagiert eher unwirsch, wenn man Seagull Books als indischen Verlag bezeichnet. Der Gründer und Inhaber agiert international und lässt sich bei der Planung seines Programms nicht von der Aussicht auf schnelle Gewinne durch populäre Bestseller leiten. Das Resultat sind zwei ambitionierte Reihen anspruchsvoller deutschsprachiger Literatur in erstklassigen Übersetzungen.

„Seagull Books hat in den vergangenen Jahren mehr für die Verbreitung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur getan, als es den amerikanischen und englischen Verlagen in ihrer Konzernbindung möglich war“, konstatiert Petra Hardt vom Suhrkamp Verlag.

Seit Herbst 2014 sind über 40 Titel der German List sowie der Swiss List von Seagull Books im DiViBib-Medienshop verfügbar. Es handelt sich um ins Englische übersetzte Werke von Ingeborg Bachmann, Peter Handke, Max Frisch, Abbas Khider, Thomas Lehr, Sibylle Lewitscharoff und vielen anderen. Die vollständige Liste steht auf der Seagull Website (German List sowie der Swiss List) wie auch auf der Website der University of Chicago Press, dem internationalen Vertrieb von Seagull Books.

Nun können also alle Bibliotheken, die ihren Nutzern eine Onleihe bieten, Lizenzen bestellen. Und tatsächlich: Laut dem Anbieter der Onleihe, der Firma DiViBib, wurden schon etwa 200 E-Book-Lizenzen dieser Seagull-Übersetzungen von deutschsprachigen Bibliotheken erworben. Man sieht: Die Übersetzungen deutschsprachiger Autoreninnen und Autoren wirken – sogar zurück nach Deutschland!

Bibliothek und Information Deutschland tief erschüttert über Anschlag auf Meinungs- und Pressefreiheit in Paris

Der Dachverband der bibliothekarischen Verbände in Deutschland Bibliothek & Information Deutschland (BID) zeigt sich zusammen mit dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv), dem Berufsverband Information Bibliothek (BIB) sowie dem Verein Deutscher Bibliothekare (VDB) tief erschüttert über den niederträchtigen Anschlag auf die Pariser Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ am 07. Januar 2015. Diese blutige Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben der französischen Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs. Sie stellt auch einen Angriff auf das europaweit verbriefte Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit dar, ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur.

Die BID unterstützt das Team des für seine religionskritischen Karikaturen bekannten Satire-Magazins nachdrücklich. Sie bekräftigt die große Bedeutung der Pressefreiheit und des freien Zugangs zu allen Informationen und Ausdrucksformen für unsere Gesellschaft, was eine freie Presse genauso wie z.B. frei zugängliche Bibliotheken voraussetzt.

BID-Präsident Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen: „Diese gezielte Tötung von Menschen im Namen einer extremen Ideologie, dieser Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit ist durch nichts zu rechtfertigen. Wir trauern um den Chefredakteur Stéphane Charbonnier und seine Mitarbeiter. Ich möchte den Opfern des Terroranschlages, ihren Familien und allen französischen Bürgerinnen und Bürgern mein aufrichtiges Beileid und mein persönliches Mitgefühl aussprechen.“

Eine Beschneidung der persönlichen Freiheiten oder auch politische Extreme können keine adäquate Reaktion auf die Ereignisse sein und bieten keine Lösung. Gemeinsam muss es uns gelingen, die Meinungs- und Pressefreiheit zu wahren.

Berlin, den 9. Januar 2015