Kategorie-Archive: Goethe-Institut

Ausschreibung „Librarian in Residence“ 2016: Bibliotheksangebote für Flüchtlinge

Im Rahmen des Programmes „Librarian in Residence“ vergeben das Goethe-Institut New York und Bibliothek & Information International (BII) ein Stipendium an eine deutsche Expertin oder einen Experten für einen dreiwöchigen Fachaufenthalt in den USA. In diesem Jahr soll es im Rahmen der Residenz um Bibliotheksangebote für Flüchtlinge gehen.

Ziel des Programmes ist es, einen Einblick in innovative Projekte in den USA zu erhalten, Informationen und Erfahrungen auszutauschen und von gelungenen Beispielen zu lernen.
Weitere Informationen zu diesem Residenzprogramm finden Sie auf den Seiten des Goethe-Instituts New York.

Bewerbungsschluss ist der 10. Juni 2016.

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Digitale deutschsprachige Medien weltweit ausleihen

In Ankara möchte ein Vater seinen Kindern zum Einschlafen ein Hörbuch mit deutschen Märchen vorspielen. In Hanoi will ein Leser nicht auf die Ankunft des aktuellen Spiegel-Magazins warten, sondern die neue Ausgabe gleich nach Erscheinen lesen. In Bratislava sitzt eine Frau abends hungrig in der Küche und möchte schwäbische Maultaschen zubereiten. Wer im Ausland digitale deutschsprachige Medien nutzen möchte, kann dies über die Onleihe des Goethe-Instituts tun. Dort findet man mehr als 8500 eBooks, eAudios, ePaper, eMagazine, und eVideos.
Weitere Informationen zur Onleihe des Goethe-Instituts finden Sie unter http://www.goethe.de/onleihe.

Einfach Lesen! Ein Workshop zur Vermittlung von Kinderbüchern in arabischer Übersetzung

Gemeinsam haben das Goethe-Institut, die Bibliothek am Luisenbad sowie der Deutsche Bibliotheksverband mit seinen Kommissionen Interkulturelle Bibliotheksarbeit und Kinder- und Jugendbibliotheken den Workshop Einfach Lesen! initiiert und organisiert. Dieser richtet sich an Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus Kinder-und Jugendbibliotheken sowie Ehrenamtliche, die sich in der Arbeit mit geflüchteten Kindern engagieren. Im Rahmen des Workshops soll es darum gehen, Projektideen und Konzepte für zielgruppengerechte Leseförderung auszutauschen. Darüber hinaus sollen anhand eines Buchpakets mit 20 deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchtiteln in arabischer Übersetzung Ideen entwickelt werden, wie geflüchteten Kindern Bücher, Bilder und Geschichten vermittelt werden können.

Der Workshop findet am 17. Juni 2016 in Berlin statt. Details zur Anmeldung entnehmen Sie bitte der Website des dbv. Die Teilnahme ist dank der großzügigen Unterstützung der Japan Art Association kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist auf 60 beschränkt.

Chancen 2016

Am 28. Januar 2016 findet die Konferenz  „Chancen 2016: Bibliotheken meistern den Wandel“ in den Räumlichkeiten der Zentrale des Goethe-Instituts München statt. Der Eröffnungsvortrag wird von Glòria Pérez-Salmerón, der designierten Präsidentin der IFLA, gehalten.
Das Anmeldeformular und weitere Informationen zu den Vorträgen finden Sie unter http://chancen2016.ekz.de

Die Konferenz ist eine Kooperation zwischen der ekz.bibliotheksservice GmbH, dem Berufsverband Information und Bibliothek (BIB), dem Deutsche Bibliotheksverband (dbv), der Stadtbibliothek München und dem Goethe-Institut.

 

 

Dr. Ekaterina Genieva – Nachruf

Formuliert man Gedanken an Frau Dr. Ekaterina Genieva ist mir besonders in Erinnerung der Monat August 1991, denn die IFLA veranstaltete ihre weltweite Konferenz in Moskau und Frau Dr. Genieva war die Mitorganisatorin jener Konferenz, als am 19. August der Putsch gegen den damaligen Präsidenten Michail Gorbatschow ausgelöst wurde.

Bevor die IFLA begann, war sie inhaltlich schon beendet, weil statt Bibliotheksthemen nun Weltthemen auf der Agenda standen. Die Bibliothek für Ausländische Literatur, die Frau Dr. Ekaterina Genieva bis zu ihrem Tod geleitet hat, lag – und befindet sich auch heute noch – mitten auf der Achse zum Kreml – im Zentrum von Moskau, wo man die Auseinandersetzungen und Errichtung der Barrikaden vom Fenster aus beobachten konnte.

In dieser Situation sehe ich noch heute Frau Dr. Genieva mutig und couragiert handeln, da sie die Verantwortung übernahm, eine Sonderausgabe einer regierungsunabhängigen Zeitung drucken zu lassen, die aktuelle Informationen  gegen die Putschisten beinhaltete, um die junge Demokratie in der gerade untergegangenen Sowjetunion zu retten, was den Umständen entsprechend hätte tödlich enden können.

Wie man weiß, war das Ergebnis der damals dramatischen Situation, die die Welt in Atem hielt, dass die demokratischen Kräfte sich durchsetzen konnten und somit Frau Dr. Ekaterina Genieva noch jahrzehntelang bis zu ihrem Tod positiv auf uns wirkte, da sie für Toleranz, Menschenwürde und einer offenen Gesellschaft, insbesondere in den vergangenen Jahren, zum Synonym wurde.

Gestern konnten wir in Moskau persönlich von Frau Dr. Genieva Abschied nehmen.

Wir verbeugen uns vor einer außerordentlich mutigen Frau, die unter anderem 2014 dem Goethe-Institut Moskau den Aleksander-Men-Preis verlieh und stets eine gerngesehene Partnerin bei den deutschen Kulturinstitutionen war.

Für das Goethe-Institut, die Kolleginnen und Kollegen aus Moskau

What do we lose when we lose a library

Die Universität Leuven, der British Council Brüssel und das Goethe-Institut Belgien organisieren gemeinsam eine Konferenz zum Thema „What do we lose when we lose a library“. Die Veranstaltung wird vom 9. bis zum 11. September 2015 stattfinden.
Ausgangspunkt ist der einhundertste Jahrestag der Zerstörung der Universitätsbibliothek Leuven im August 1914. Die Konferenz wird sich jedoch nicht nur mit Bedrohungen und Zerstörungen von Bibliotheken in der Vergangenheit beschäftigen. Zentrales Thema ist die heutige Rolle von Bibliotheken als Institutionen des kulturellen Gedächtnisses und der nachhaltigen Sicherung des Zugangs zu physischen und digitalen Beständen.
Die Konferenz richtet sich an Historiker, Interessenten aus dem Informations- und Bibliothekswesen, Geistes- und Kulturwissenschaftlerinnen und –wissenschaftler sowie an Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Restauration und Bestandserhaltung. Aber natürlich sind auch Interessenten aus anderen Fachgebieten herzlich willkommen!
Die konkreten Termine (Registrierung, Call for Paper etc.) finden Sie unter https://kuleuvencongres.be/libconf2015

Die Onleihe wird internationaler: Seagull-Übersetzungen in deutschen Bibliotheken

Dank des Engagements des Bibliotheksteams des Goethe-Instituts New Delhi kam die ins Englische übersetzte deutschsprachige Literatur des indischen Verlags Seagull Books in das Angebot der Onleihe. Nun zeigt sich: Diese E-Books werden nachgefragt – auch von Bibliotheken im deutschsprachigen Raum.

Naveen Kishore reagiert eher unwirsch, wenn man Seagull Books als indischen Verlag bezeichnet. Der Gründer und Inhaber agiert international und lässt sich bei der Planung seines Programms nicht von der Aussicht auf schnelle Gewinne durch populäre Bestseller leiten. Das Resultat sind zwei ambitionierte Reihen anspruchsvoller deutschsprachiger Literatur in erstklassigen Übersetzungen.

„Seagull Books hat in den vergangenen Jahren mehr für die Verbreitung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur getan, als es den amerikanischen und englischen Verlagen in ihrer Konzernbindung möglich war“, konstatiert Petra Hardt vom Suhrkamp Verlag.

Seit Herbst 2014 sind über 40 Titel der German List sowie der Swiss List von Seagull Books im DiViBib-Medienshop verfügbar. Es handelt sich um ins Englische übersetzte Werke von Ingeborg Bachmann, Peter Handke, Max Frisch, Abbas Khider, Thomas Lehr, Sibylle Lewitscharoff und vielen anderen. Die vollständige Liste steht auf der Seagull Website (German List sowie der Swiss List) wie auch auf der Website der University of Chicago Press, dem internationalen Vertrieb von Seagull Books.

Nun können also alle Bibliotheken, die ihren Nutzern eine Onleihe bieten, Lizenzen bestellen. Und tatsächlich: Laut dem Anbieter der Onleihe, der Firma DiViBib, wurden schon etwa 200 E-Book-Lizenzen dieser Seagull-Übersetzungen von deutschsprachigen Bibliotheken erworben. Man sieht: Die Übersetzungen deutschsprachiger Autoreninnen und Autoren wirken – sogar zurück nach Deutschland!

Die Vermessung der Welt 2.0

Wie, Sie wissen nicht, wo Mo I Rana liegt? Der Blick in eine der üblichen Suchmaschinen wird Ihnen sagen, dass in dieser kleinen Stadt knapp unterhalb des Polarkreises das Gedächtnis Norwegens und der Norweger gebaut wird. Die Nationalbibliothek des in vieler hinsichtlich fortschrittlichen Landes hat hier zwischen Walzwerken und alten Stahlöfen ihre Digitalisierungsfabrik errichtet.

Alles was im Königreich bis zum Jahr 2001 erschienen ist, wird gesammelt, digitalisiert und sofort zugänglich gemacht. Das wären dann schon 6.000 Therabyte, so der stellvertretende Leiter der Nationalbibliothek, Roger Jøsevold . Die Grenze nach oben ist offen.

Jøsevold war einer der Sprecher der Konferenz Zugang Gestalten – Mehr Verantwortung für das Kulturelle Erbe, die die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Deutsche Digitale Bibliothek und Wikimedia im November schon zum 4. Mal in Berlin veranstalteten.

Dass die fleißigen Scanner am Polarkreis wahrhaftig „mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ gestalten, steht außer Zweifel. Wie sie und andere Länder dies aber angehen, war Thema dieser internationalen Tagung: Norwegen setzt für sein „Erbe-Projekt“ sehr auf die dortige, weltweit wohl einmalig günstige Gesetzeslage (Legal Deposit Act) die von der Öffentlichkeit getragene Mission, einen finanziellen Anreiz für die Verlage und auf das Versprechen, dass einmal Veröffentlichtes nun ein ewiges Leben habe.

Die Veranstalter schätzen, dass derzeit nur zehn Prozent des europäischen Kulturerbes digitalisiert und online zugänglich ist. Der Vertreter von Google wies darauf hin, dass zehn Jahre nach Start von Google-Books erst 1/26 der Weltliteratur online verfügbar sei. Der Vertreter des niederländischen Archivs für Film, Bild und TV in Hilversum merkte an, dass die audiovisuelle Produktion derzeit so stark zunehme, dass an eine zentrale Kompletterfassung und -erschließung gar nicht mehr zu denken sei. Man habe – Seitenblick nach Norwegen – auch schon 10,3 Petabyte zusammen.

Man sucht nun also nach „smarten“ Wegen, um die Welt neu zu vermessen:

GLAM…steht für Galerien, Bibliotheken (Libraries), Archive and Museen. Und die hat Wikimedia für sich entdeckt. Der Australier Liam Wyatt war der erste „Wikipedianer in Residence“ am British Museum und koordiniert nun die Aktivitäten zwischen Europeana, dem europäischen Kulturerbe-Projekt und Wikimedia: In Europeana erfasste Objekte werden über Wikimedia leichter zugänglich, die Kommentierungen in den Wikimedia-Sprachen erhöhen die Reichweite, die Wikimedia-Editionen verbessern einen Eintrag kontinuierlich. Vielerorts finden in Bibliotheken oder Museen so Wikimedia-Editathons statt, bei denen sich die zumeist ehrenamtlichen Wikipedianer vor Ort zusammentun und gemeinsam ein Fachgebiet (seien es römische Vasen oder der Fall der Berliner Mauer) bearbeiten.

Mitmach-Museum: Im Berliner Naturkundemuseum stellt man derzeit 30.000 Insekten online – und damit zur Diskussion der entomologischen Weltgemeinschaft. „Wir haben die Deutungshoheit verloren“, so der Leiter des Museums – und weist darauf hin, dass er auch einige seiner Dinosaurierskelette nach eingehender Online-Diskussion in ihrem Habitus drastisch anpassen musste.

Nutzerzentriert agieren: Tom de Smet, der Herr über 10,3 Petabyte, wies darauf hin, dass es für sein audiovisuelles Archiv immer mehr darauf ankomme, Freude an der Nutzung zu ermöglichen statt auf Vollständigkeit zu achten, dabei Geschäftsmodelle mit zu denken und die Plattformen möglichst weit zur Partizipation zu öffnen.

Das Gedächtnis der Welt fortschreiben: Verena Metze-Mangold von der Deutschen Unesco-Kommission wies als Schirmherrin der Veranstaltung auf die wachsende gesellschaftliche Verantwortung hin. Teilhabe am kulturellen Erbe sei Grundvoraussetzung für Wissensvermittlung, Bildung und gesellschaftliche Veränderung – und per se nur gesellschaftlich und politisch zu gestalten. Das Unesco-Projekt Memory of the World sei gerade für die internationale Verständigung und den Kulturaustausch von hoher Bedeutung.

Quellen kultureller Entwicklung sinnvoll aufeinander beziehen: Hermann Parzinger, Leiter der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, wies auf die Möglichkeit hin, über digitale Zugänge unterschiedliche Quellen (Museumsbestände, Film, Text) aufeinander zu beziehen. Hiervon macht die Deutsche Digitale Bibliothek bereits Gebrauch.

Paul Klimpel, der Organisator der Konferenz, wies allerdings darauf hin, dass Deutschland kein Vorreiter bei der Schaffung eines digitalen Zugangs zum kulturellen Erbe sei. Die USA, die Niederlande, Israel und Skandinavien seien hier bereits sehr viel weiter. In diesen Ländern sei spürbar, dass das kulturelle Erbe mit neuer Kraft in die Gesellschaft hinein wirke: Deutlich sei auch, dass andere Länder sich entspannter in der „rechtlichen Grauzone“ vieler Digitalisierungsfragen bewegten; es bestehe gesellschaftlicher Konsens, dass etwas verboten ist und dennoch gemacht wird. „Ja, es geht!“- so Klimpel und setzt hinzu: „Was nicht im Netz ist, ist in der Welt“.

Offene Konzepte: Die Menge macht‘s
Die so unterschiedlichen Ansätze lassen aber eine Gemeinsamkeit erkennen: Die digitale Vermessung der Welt, die Strukturierung und der Zugang zum kulturellen Erbe gelingen nur, wenn sie als offenes Konzept aufgesetzt werden: Durch die Beiträge vieler, nämlich sowohl der Experten und Spezialisten wie der großen Zahl der User, entsteht auf den digitalen Plattformen ein immer dichteres und genaueres Bild dessen, was wir als unser Erbe bezeichnen.

„Reuse is the vernacular culture of the internet”, meinte schließlich Liam Wyatt von Europeana, was grob als „Wiederverwertung ist die Alltagssprache des Internet“ übersetzt werden kann. Sein Nachsatz „Peace, Love and Metadata“ fasst schließlich die Gesamtstimmung der Konferenz treffend zusammen.

Klaus Krischok
Leiter der Abteilung Information des Goethe-Instituts

„Portale zu Vergangenheit und Zukunft“ in französischer Übersetzung

Pünktlich zur IFLA im August steht nun die französische Übersetzung der Publikation „Portale zu Vergangenheit und Zukunft – Bibliotheken in Deutschland“ zur Verfügung. Mit dem Ziel, auf diese Weise den französischsprechenden Fachkolleginnen und -kollegen einen Einstieg in das deutsche Bibliothekswesen zu geben, stellen die Goethe-Institute in Frankreich die aktuelle Auflage in der Übersetzung zur Verfügung.

Zwei neue Leseförderungsplattformen des Goethe-Instituts

Die Goethe-Institute in Mexiko und in der Region Südosteuropa bieten seit kurzem zwei Plattformen zur Leseförderung an. Diese dienen nicht nur zur Information über die Situation der Leseförderung in den verschiedenen Ländern, sondern auch dem Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren. Auf beiden Portalen werden gelungene Leseförderaktionen vorgestellt und nach Format, Altersgruppe und Veranstalter recherchierbar gemacht. Das alles mit dem Ziel, den Fachaustausch zu diesem Thema sowie den Zugang zu regional passenden Ideen zu erleichtern.
Leseförderung in Zentralamerika, Mexiko und der Karibik
Portal Leseförderung